Personenbezogene Daten im Internet schützen

Unsere Welt wird immer digitaler – aber wie können wir trotz der zahlreichen Bedrohungen, die online lauern, unsere personenbezogenen Daten am besten schützen?

Person gibt ihr Passwort ein, um sich an einem Laptop anzumelden

Was sind PII-Daten?

So sehr wir es auch versuchen, es führt einfach kein Weg daran vorbei, persönliche Daten beim Onlineshopping, bei Remote-Diensten oder einfach bei der Erledigung unserer Steuererklärung weiterzugeben. Ganz gleich, ob wir etwas bestellen oder Fotos oder vertrauliche Informationen mit unserer Familie austauschen möchten – zu wissen, wie wir unsere persönlichen Daten schützen können, sollte als zentrale Kompetenz betrachtet werden.

Alle Daten, anhand derer eine bestimmte Person identifiziert werden kann, werden als personenbezogene Informationen oder PII bezeichnet. Ihre Adresse, Ihre E-Mail-Adresse und Ihre Telefonnummer zählen alle im herkömmlichen Sinne zu den PII-Daten, aber Sie müssen sich auch über nicht so offensichtliche Informationen im Klaren sein, wie zum Beispiel IP-Adressen, angemeldete Geräte und Social-Media-Seiten, die Sie online identifizieren. Mit der zunehmenden Verwendung von Gesichts- und Fingerabdruck-IDs werden auch biometrische Daten in die Liste der Informationen aufgenommen, die über Sie online sind.

Die Risiken persönlicher Informationen im Internet

Jedes Jahr wird einer von zehn Amerikanern Opfer von Identitätsbetrug und die Cyberkriminalität nimmt immer mehr zu, je mehr sich unser Leben online abspielt. Hier sind nur einige der Bedrohungen, denen wir alle online ausgesetzt sind:

Datenbroker

Datenbroker sind eines der Hauptprobleme, und doch eines, das sich fast gänzlich normalisiert hat. Zum jetzigen Zeitpunkt sind Sie im Internet unweigerlich auf Werbeanzeigen gestoßen, die Ihre letzten Recherchen oder Ihre allgemeinen Interessen perfekt widerzuspiegeln scheinen. Das liegt daran, dass Datenbroker das Netz nach Informationen über Sie durchforsten und diese Datensammlung an Unternehmen verkaufen. Zugegeben, Werbeunternehmen interessieren sich mehr für Ihr Alter, Ihr Geschlecht und Ihr verfügbares Einkommen als für Ihre Adresse oder Telefonnummer, aber sie nutzen diese Informationen dennoch, um bestimmte Kundenprofile gezielt anzusprechen.

Identitätsdiebstahl

Es gibt verschiedene Grade des Identitätsdiebstahls, von der Verwendung Ihrer Daten zur Beantragung einer Kreditkarte bis hin zur Nutzung Ihres Bildes bei der emotionalen Erpressung eines anderen Menschen, dem so genannten Catfishing. Schockierenderweise ist die Gefahr des Identitätsdiebstahls von dem Moment an real, in dem Ihnen eine Sozialversicherungsnummer zugewiesen wird, und die Statistiken zeigen, dass diese Art der Cyberkriminalität auf dem Vormarsch ist.

Phishing

Phishing ist eine Art von Betrug, bei dem Sie von einer Person kontaktiert werden, die sich als legitimes Unternehmen, Finanzinstitut oder Regierungsbehörde ausgibt. Dies geschieht in der Regel in der Absicht, nach Bankkontonummern oder Anmeldedaten zu fragen. Das klassische Beispiel hierfür ist ein ausländischer Prinz oder anderer Würdenträger, der Zugang zu einem inländischen Konto zur „Aufbewahrung“ benötigt. Diese Version ist zwar inzwischen eher ein Witz, aber diese Betrügereien sind raffinierter geworden – und alles, was ein Cyberkrimineller braucht, um damit zu beginnen, ist Ihre E-Mail-Adresse oder Handynummer.

Was können Cyberkriminelle mit meinen persönlichen Daten tun?

Abgesehen von den oben genannten Fällen, in denen Ihre Informationen verkauft, missbraucht oder gegen Sie verwendet werden, können Hacker und Onlinediebe unter anderem auch:

  • Produkte online mit Kreditkartennummern kaufen
  • Kredite beantragen, was sich negativ auf Ihre Kreditwürdigkeit auswirkt
  • Sich betrügerisch an Ihre Kontakte wenden und Geld verlangen
  • Ihre Konten übernehmen und Sie davon sperren/erpressen

Daten im Internet schützen

Je nach Plattform gibt es verschiedene Möglichkeiten, Ihre Informationen zu schützen und Ihre Cybersicherheit zu verbessern.

E-Mail

Versuchen Sie, keine wichtigen Informationen in Ihrer E-Mail preiszugeben, auch wenn dies inzwischen zur Norm geworden ist. Zum Beispiel ist Max Mustermann, geboren 1990, aus maxmustermann90@mail.com leicht zu erraten. Versenden Sie also keine wichtigen Informationen und Dokumente per E-Mail, wenn es sich vermeiden lässt, und löschen Sie anschließend alle Spuren davon aus Ihrem Konto (zum Beispiel Ordner für gesendete E-Mails, Postausgang und Cloud-Speicher).

Sie sollten außerdem niemals E-Mails öffnen, wenn Sie den Absender nicht genau kennen, und auf keinen Fall Anhänge herunterladen. Wenn Sie von einer offiziellen Organisation per E-Mail aufgefordert werden, etwas herunterzuladen oder Informationen weiterzugeben, dann sollten Sie direkt dort anrufen, um diese Anfrage zu bestätigen – viele nutzen E-Mails nicht als ersten Schritt der Korrespondenz.

Social Media

Social-Media-Plattformen sind oft die Schwachstelle in der Onlinepräsenz einer Person. Ein kurzer Blick verrät alle möglichen privaten Informationen, von Ihrem Wohnort und Alter über Ihren Beruf und Ihre Arbeitszeiten bis hin zu den Zeiten, in denen Sie im Urlaub sind – wodurch Sie zur Zielscheibe von Einbrüchen werden können.

Vergewissern Sie sich, dass Sie mit allen Datenschutzeinstellungen Ihres Kontos vertraut sind, und setzen Sie es nach Möglichkeit auf privat. Wenn dies nicht möglich ist, stellen Sie sicher, dass Sie nicht zu viel preisgeben; laden Sie Urlaubsfotos beispielsweise erst nach Ihrer Rückkehr hoch. Stellen Sie sicher, dass Ihre Selfies und Fotos keine vertraulichen Informationen enthalten. Es dürfte Sie überraschen, dass Kriminelle sowohl sehr entschlossen als auch äußerst geschickt sind, wenn es darum geht, Ihre Informationen auf diese Weise zu finden.

Onlineshops

Jeder hat einen bevorzugten Onlineshop, den er regelmäßig nutzt, und die Eingabe Ihrer Daten kann jedes Mal mühsam sein, aber es ist die Mühe wert. Wenn Sie Ihre Kreditkartendaten online speichern, benötigt ein Krimineller nur Ihre E-Mail-Adresse und Ihr Passwort, um freie Hand über Ihre Finanzen zu haben. Dies gilt genauso für Ihren Webbrowser: Wenn Sie Ihre Kreditkartendaten im Browser speichern, hat jeder, der auf Ihr Browserprofil zugreifen kann, auch Zugriff darauf.

Kreditkarten und Onlinebanking

Sollten Sie Ihre Karte dennoch für einen Onlinekauf oder eine Onlinebuchung verwenden müssen, prüfen Sie, ob Ihre Bank nicht weitere Sicherheitsmaßnahmen anbieten kann. Ein wichtiger Sicherheitstipp: Ihre Bank bietet vermutlich Multi-Faktor-Authentifizierung an. Dabei reicht die einfache Eingabe eines Passworts nicht aus, sondern es ist ein weiterer Schritt erforderlich, beispielsweise eine eindeutige Nutzernummer oder ein Anmeldeverfahren über mehrere Geräte. Auf diese Weise kommt ein Krimineller selbst dann nicht weiter, wenn er Ihr Passwort, Ihre Telefonnummer, Ihren Geburtstag usw. in die Finger bekommt, wenn er nicht auch Ihr Smartphone hat.

Passwörter

So schwer es auch erscheinen mag: Versuchen Sie, nicht für alle Ihre Konten das gleiche Passwort zu verwenden. Es ist zwar menschlich, sich nicht an ein Dutzend verschiedene sichere Passwörter erinnern zu wollen oder gar zu können, aber Sie sollten zumindest für Ihr E-Mail-Konto und jede Website, auf der Ihre Kreditkartendaten verwendet werden, ein separates Passwort verwenden. Nutzen Sie einen Online-Passwort-Checker, um sicherzustellen, dass die Passwörter so sicher wie möglich sind, oder verwenden Sie besser noch einen Passwortmanager, um sich auf all Ihren Geräten und Plattformen sicher anzumelden.

Datensicherung

Vielleicht haben Sie versehentlich einen Anhang heruntergeladen oder Ihre Sicherheitsvorkehrungen vernachlässigt und Ransomware oder Malware hat sich auf Ihrem PC eingenistet. Ransomware ist ein Virus, das Sie aus Ihren Dateien aussperrt, wobei der Zugriff nur dann wiederhergestellt wird, wenn Sie ein Lösegeld zahlen – davon rät beispielsweise das FBI strengstens ab.

Es gibt zwar Programme, die das ursprüngliche Virus von Ihrem Computer löschen können, aber unter Umständen ist es nicht möglich, Ihre Dateien wiederherzustellen. Solange Sie eine Sicherungskopie haben, entweder offline auf einer externen Festplatte oder online über eine sichere Cloud-Speicher-Lösung wie Dropbox, sind Ihre Dateien weiterhin verfügbar und sicher.

Kinder und Jugendliche online schützen

Die Frage der Sicherheit ist doppelt wichtig, wenn Sie für einen jungen Menschen verantwortlich sind. Hier finden Sie einige Tipps zum Schutz Ihrer Kinder online.

Die Social-Media-Nutzung kritisch im Blick behalten

Cyberkriminelle sind extrem manipulativ und geben sich als ein Kind ähnlichen Alters aus, um das Vertrauen eines anderen Kindes zu gewinnen. Mit genügend Zeit kann diese vorgetäuschte Freundschaft einen Punkt erreichen, an dem ein junger Mensch gerne entscheidende Informationen über sich selbst preisgibt. Sorgen Sie für eine Umgebung in Ihrem Zuhause, in der Sie oft und offen darüber sprechen, was Ihr Kind online macht.

Ein separates Konto erstellen oder einen anderen Computer verwenden

Sie haben vielleicht Ihr Bestes versucht, Ihren Computer vor Bedrohungen zu schützen, aber nach ein paar Minuten in den Händen eines unwissenden Teenagers kann das alles rückgängig gemacht werden. Wenn Sie Ihre Dateien und Einstellungen schützen wollen, sollten Sie einen anderen Familien-PC und Ihren eigenen geschäftlichen Computer oder zumindest getrennte Nutzer-/Onlinekonten für Sie und Ihr Kind einrichten.

Die passende Strategie wählen

Wie bereits erwähnt, ist Kommunikation entscheidend in Bezug auf Kinder und Jugendliche. Seien Sie nicht allzu streng und stellen Sie bestimmte Konzepte nicht als verboten hin, wodurch Sie nur an die rebellische Ader eines jeden Kindes appellieren. Seien Sie offen und sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind das Gefühl hat, jederzeit zu Ihnen kommen zu können, wenn es online von jemandem kontaktiert wird, dem es nicht vertraut, oder wenn es eine eigenartige E-Mail erhält.

Kinder werden in eine digitale Welt hinein geboren, also beschränken Sie das Thema Onlinesicherheit nicht nur auf ein einziges Gespräch, das Sie führen, wenn Sie Ihrem Kind sein erstes Smartphone geben. Vergewissern Sie sich, dass es dies als wichtige Lebenslektion wie in Bezug auf Verkehrssicherheit oder Gefahr durch Fremde versteht, und vermitteln Sie diese Botschaft in Ihrem Haushalt immer wieder.