Pre-Mortem durchführen

Virtual First | Kit für effektives Arbeiten

Wie oft tut Ihr Team im Verlauf eines Projekts so, als ob? Die Frage mag albern erscheinen, es gibt aber Hinweise darauf, dass eine „vorausschauende Retrospektive“ – bei der Sie sich vorstellen, dass Sie bereits gescheitert oder erfolgreich sind, und sich dann Gründe dafür ausdenken – Ihnen helfen kann, bessere Entscheidungen zu treffen. Nutzen Sie diesen Workshop, um blinde Flecken, Dinge, die aus Angst nicht angesprochen werden, und potenzielle Probleme zu überwinden und Fehler zu vermeiden, bevor sie auftreten.

60 MIN. | VIRTUELLER TEAM-WORKSHOP

Schritt 1: Stimmen Sie Teilnehmer mit einer Aufwärmrunde ein

Teilen Sie Ihrem Team zu Beginn Ihres virtuellen Workshops mit, dass jeder eine „Geschichte“ über das Projekt, das Sie gemeinsam in Angriff nehmen, schreiben wird, die er dann der Gruppe vorlesen wird. Schreiben und Vorlesen macht manche Menschen nervös, weshalb Sie ein paar Grundregeln aufstellen sollten: 

  • Die Geschichten müssen nicht gut geschrieben sein! Was auch immer jemandem in den Sinn kommt, ist in Ordnung – in diesem Raum gibt es keine Grammatikpolizei.
  • Die Geschichte kann jede beliebige Form annehmen: eine Pressemitteilung, einen Zeitungsartikel, ein Firmenmemo und mehr.
  • Es ist gut, ehrlich zu sein und Details anzugeben, die man aus Höflichkeit normalerweise nicht erwähnen würde.

Schritt 2: Schreiben Sie zwei Geschichten

Teilen Sie Ihr Team nach dem Start Ihres virtuellen Workshops in zwei Gruppen auf: die Gruppe Totale Katastrophe und die Gruppe Riesenerfolg. Anschließend: 

  • Jeder Teilnehmer öffnet ein privates Dokument.
  • Bitten Sie alle, sich vorzustellen, der Start Ihres großen Projekts läge einen Monat zurück.
  • Lassen Sie alle Mitglieder der Gruppe „Totale Katastrophe“ 15 Minuten an einer ehrlichen, detaillierten Geschichte über den Grund für den Reinfall schreiben.
  • Die Mitglieder der Gruppe „Riesenerfolg“ machen dasselbe für ein erfolgreiches Szenario.

Schritt 3: Präsentieren Sie die Geschichten

Wenn alle mit dem Schreiben fertig sind, lassen Sie die Teilnehmer ihre Geschichten nacheinander laut vorlesen. (Das kann lustig werden – Sie dürfen gerne lachen.) 

Schritt 4: Denken Sie über die Hauptursachen nach

Nachdem alle ihre Geschichte vorgelesen haben, bitten Sie sie, die 3 wichtigsten Gründe für den Erfolg oder Misserfolg ihres Projekts in das folgende Pre-Mortem-Arbeitsblatt einzutragen. Lesen Sie die Antworten gemeinsam und diskutieren Sie: 

  • Was sticht heraus? 
  • Erkennen Sie irgendwelche Muster oder Themen? 
  • Welche der Gründe für einen Fehlschlag sind am wahrscheinlichsten – und vermeidbar? 
  • Bei welchen Gründen für den Erfolg sind Sie sich besonders sicher?
Pre-Mortem-Arbeitsblatt

Horrorgeschichte oder Happy End?

Verwenden Sie dieses Arbeitsblatt, um die Hauptursachen für Ihr Projektergebnis zu ergründen. 

Schritt 5: Stoppen, starten, fortfahren

Bitten Sie Ihr Team, über die soeben besprochenen Geschichten und Hauptgründe nachzudenken. Bitten Sie auf dieser Grundlage alle, in einem gemeinsamen Dokument oder Chat folgende Frage zu beantworten: Was sollten wir vorrangig tun, um eine Katastrophe zu verhindern und unsere Erfolgschancen zu verbessern: 

  • Stoppen?
  • Starten?
  • Fortsetzen?

Lassen Sie anschließend alle über EINE Antwort für jede Kategorie abstimmen. Legen Sie dann die nächsten Schritte fest und weisen Sie sie zu. Falls Ihr Projekt zum Scheitern verurteilt scheint, sollten Sie Ihre Projektbeschreibung oder Ihre Team-Charta überdenken. Falls es für den Erfolg auserkoren erscheint, klopfen Sie sich auf die Schulter. 

Weitere Ressourcen

3 einfache Erfolge

Zur Gewohnheit machen

  • Morgen: Denken Sie an ein Projekt, an dem Sie gerade arbeiten. Gibt es einen Grund, warum es erfolgreich sein könnte?
  • Nächste Woche: Fragen Sie Ihr Team: „Aus welchem Grund könnte dieses Projekt fehlschlagen?“
  • Vierteljährlich: Planen Sie ein virtuelles Pre-Mortem für die Roadmap des nächsten Quartals.