Persönliche Konflikte lösen

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Wenn Sie mit Personen zusammenarbeiten, die nicht genauso sind wie Sie, kommt es wahrscheinlich ab und an zu Konflikten. Nicht beigelegte Streitigkeiten werden in der Regel immer schlimmer, gerade wenn sie nicht persönlich stattfinden. Doch indem man sie geschickt anspricht, lassen sie sich schnell beilegen und alle Beteiligten können daran wachsen. Verwenden Sie diesen Gesprächsleitfaden, um Ihre Konfliktkompetenz zu steigern und Probleme effizienter zu lösen.

60 MIN. | PERSÖNLICHES GESPRÄCH

Schritt 1: Fragen Sie sich, ob es Zeit für ein Gespräch ist

Nicht alle Konflikte sind gleich. Bevor Sie mit Ihrem Gegenüber sprechen, gehen Sie einen Schritt zurück. Wenn Sie nur etwas genervt sind, ist es vielleicht am besten, das Ganze zu vergessen. Doch wenn der Konflikt ernster ist, sollten Sie wahrscheinlich das persönliche Gespräch suchen. Verwenden Sie unsere Konflikt-Scorecard (siehe unten), um die beste Vorgehensweise zu ermitteln. Wenn Sie das Gefühl haben, dass der Konflikt ein Gespräch erfordert, gehen Sie zu Schritt 2 über. Falls nicht, versuchen Sie es in ein, zwei Tagen noch einmal. Fühlt es sich dann immer noch wichtig an?
Konflikt-Scorecard

Gut sein lassen oder ansprechen?

Füllen Sie die Scorecard aus, um zu erfahren, ob Ihr Problem ein Gespräch erfordert.

Konflikt-Scorecard

Schritt 2: Verdeutlichen Sie den Konflikt

Bevor Sie das Gespräch suchen, empfiehlt es sich, kurz innezuhalten und die Situation auf objektive und ehrliche Weise zu beschreiben. Verwenden Sie das Konflikt-Arbeitsblatt (siehe unten), um aufzuschreiben, was Ihnen aufgefallen ist, wie es Ihre Arbeit beeinträchtigt hat und was stattdessen hätte passieren sollen. So haben Sie eine Basis für Ihr Gespräch und können den Konflikt schneller lösen.
Konflikt-Arbeitsblatt

Nennen Sie das Kind beim Namen.

Verwenden Sie das Arbeitsblatt, um Ihren Konflikt zu verdeutlichen. Wollen Sie wissen, ob Sie vielleicht selbst zu Konflikten beitragen? Dann absolvieren Sie unser Quiz zu Konflikt-Typen.

Schritt 3: Laden Sie zum Gespräch ein

Wenn Sie bereit für das Gespräch sind, setzen Sie mit Ihrem Gegenüber einen Termin an, der beiden gelegen kommt. Versuchen Sie es zunächst im Einzelgespräch, bevor Sie notfalls noch eine weitere Person hinzuholen. (Uns gefällt die Idee, dass „Feedback immer den kürzesten Weg zwischen zwei Punkten nehmen sollte“ – so vermeiden Sie ein Dramadreieck.) Versuchen Sie, den Konflikt in Ihrer Gesprächseinladung eher mit Ich- als mit Du‑Aussagen zu beschreiben. Bonuspunkte für einen nicht wertenden und entspannten Tonfall. Zum Beispiel: „Mir ist aufgefallen, dass ich in unserem letzten Meeting genervt war. Hast du Zeit, darüber zu reden?“

Schritt 4: Legen Sie den Streit bei

Fassen Sie zu Beginn Ihres Meetings die Punkte aus dem Konflikt-Arbeitsblatt zusammen, das Sie weiter oben ausgefüllt haben. Halten Sie dann inne, während Ihr Gegenüber antwortet. Nicht jeder ist in Konfliktlösung geübt – deshalb ist es ganz natürlich, dass sich so ein Gespräch unangenehm anfühlt. Denken Sie über Folgendes nach, während Sie zuhören:

  • Haben Sie beide unterschiedliche Erwartungen bezüglich der richtigen Vorgehensweise oder des richtigen Verhaltens? 
  • Haben Sie auf unterschiedliche Ziele hingearbeitet?
  • War sich Ihr Gegenüber des Verhaltens, das Ihnen unangenehm aufgefallen ist, überhaupt bewusst?
  • Haben Sie in irgendeiner Weise zu dem Konflikt beigetragen? 

Schritt 5: Legen Sie die nächsten Schritte fest

Manchmal reicht es schon, ein Problem anzusprechen, um es zu lösen. In anderen Fällen braucht es etwas Nacharbeit. Hier einige Ideen: 

  • Wenn der Konflikt durch unklare Rollen verursacht wurde, versuchen Sie es mit einem DACI-Framework.
  • Wenn Ihr Projekt im Allgemeinen vom Kurs abgeraten ist, führen Sie stattdessen eine Projektprüfung durch.
  • Sie brauchen eine neutrale Meinung? Vielleicht sollten Sie den Konflikt eskalieren.

Wenn das Gespräch schiefläuft oder Sie sich nicht auf eine Lösung einigen können, nehmen Sie sich einen Tag Zeit, um darüber nachzudenken. Wäre es hilfreich, einen Coach oder Manager einzubeziehen? Wenn Sie feststellen, dass Sie in irgendeiner Weise zu dem Konflikt beigetragen haben, denken Sie daran: Die Worte „Es tut mir leid“ können wahre Wunder bewirken.

Bonuspunkte: Verkomplizieren Sie Ihre Geschichte

Uns selbst stark vereinfachte Geschichten über das Verhalten anderer zu erzählen, kann starke negative Auswirkungen auf unsere Wahrnehmung und Stimmung haben. Indem wir lernen, die Geschichte zu erkennen, die wir uns selbst erzählen, und alternative Geschichten ausprobieren, erhalten wir eine umfassendere und objektivere Sicht. Verwenden Sie das Arbeitsblatt zu einfachen Geschichten, um loszulegen. 

Arbeitsblatt zu einfachen Geschichten

Weitere Ressourcen

Drei einfache Vorteile

Gute Gewohnheiten aufbauen

  • Morgen: Achten Sie darauf, wie Sie sich im Verlauf des Tages fühlen.
  • Nächste Woche: Gibt es Spannungen mit einer anderen Person? Was brauchen Sie?
  • Vierteljährlich: Wählen Sie einen Konflikt aus, der ein Gespräch erfordert, und arbeiten Sie ihn durch.